Insgesamt ist die Lösungsvielfalt (vgl. vertriebspartner-sorgen-fuer-die-richtige-erp-passung/) auf dem ERP-Markt riesig: Anlässlich der Studie „ERP in der Praxis 2014/2015“ wurden im deutschsprachigen Raum rund 150 verschiedene ERP-Produkte für Industrieunternehmen identifiziert. Berücksichtigt man zusätzlich die „Verticals“ der Vertriebspartner im Umfeld der ERP-Plattformen, dann darf man davon ausgehen, dass allein die Zahl der im deutschsprachigen Markt angebotenen ERP-Lösungen bei weit über 500 liegt.


Jedes Unternehmen erhält täglich zahlreiche Rechnungen. Man stelle sich vor, eine ECM-Lösung übernehme die Erfassung der kompletten Rechnungsdaten und überprüfe im Zusammenspiel mit der ERP-Software eigenständig, ob die aufgeführten Posten rechnerisch in Ordnung sind. Ist der Rechnungssteller bekannt, erfolgt im CRM-System automatisch ein entsprechender Kontakteintrag und gleichzeitig werden die entsprechenden Buchungen in der ERP-Software vorgenommen. Für die Rechnungsprüfung werden automatisch alle Beteiligten per Workflow informiert und nach erfolgter Prüfung die Zahlung veranlasst bzw. eine Reklamation in die Wege geleitet.


Unter Schlagworten wie „Industrie 4.0“, „Omni-Channel-Sales“ und „Smart Services“ ist der Trend zur Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette ungebrochen. Neue Technologien aus den Bereichen Sensorik, Datenbanken, künstliche Intelligenz und Kommunikation erweitern auch die Einsatzmöglichkeiten von Business Software ganz erheblich. Um die damit einhergehenden Potenziale heben zu können, stehen den Unternehmen gravierende Veränderungen der Prozess- und IT-Landschaft ins Haus – ein Wandel der auch oft als Digitale Transformation bezeichnet wird.

SAP als global führender Hersteller von Software zur Unternehmenssteuerung positioniert sich vor diesem Hintergrund immer mehr als „One-Stop-Shop“ für die digitale Transformation: Das Software-Angebot umfasst mittlerweile deutlich über 1.000 Einzelprodukte und reicht von der mächtigen ERP-Suite bis hin zur Spezial-Software für die Verwaltung von Fremdpersonal. Gleichzeitig beschränkt SAP sich nicht mehr auf die Business Software sondern ist mit dem Angebot rund um HANA auch auf der Infrastruktur-Ebene aktiv. Und schließlich baut SAP das Dienstleistungsportfolio rund um die Software-Produkte erheblich aus: Da ist zum einen das massiv wachsende Angebot an Cloud-Dienstleistungen, die den Betrieb der Business Software abdecken. Zum anderen kommt der Beratung im Hinblick auf die Business Transformation – angefangen vom Value Engineering bis hin zur Begleitung von Transformationsprozessen durch das Change Management – immer mehr Bedeutung zu. Um dieses breite Leistungsangebot stemmen zu können, baut SAP die Kooperation mit Partnern immer weiter aus.

Alleine schon im unmittelbaren Umfeld der Kernprodukte wie z.B. SAP Business Suite, SAP Business One, SAP Business ByDesign oder zuletzt auch der neuen Lösung SAP S/4 HANA, ist die Vielfalt an Lösungs- und Leistungsangeboten daher sehr unübersichtlich.

Die Redaktion der Fachzeitschrift is report und die auf Software-Auswahl und -einführung spezialisierten Marktanalysten von Trovarit – the IT-Matchmaker haben sich deshalb auch dieses Jahr zusammengetan, um einen Investitionsratgeber in gedruckter Form zu erstellen, der das Angebot von SAP und ihren Lösungspartnern übersichtlich und kompakt darstellt.

Die Differenzierungsmerkmale der SAP-Partner und ihrer Lösungen sind in einer umfassenden tabellarischen Übersicht dargestellt. Diese enthält neben allgemeinen Merkmalen, wie Anzahl der www.trovarit.com/service/software-guides/sap-partner-guide/ zum kostenlosen Download zur Verfügung.


Der Funktionsumfang von Finanz-Software in Deutschland hat sich seit Ende des letzten Jahrtausends erheblich erweitert. Lag der Fokus früher auf der reinen Buchhaltung sowie dem Controlling für das Unternehmen, so sind die Anforderungen an den Funktionsumfang heutzutage erheblich gestiegen. Die Unterstützung von mehreren Kontenplänen für unterschiedliche Länder ist mittlerweile eher Standard als Differenzierungsmerkmal. Allerdings merkt man bei genauerer Betrachtung, dass einige Lösungen eher oberflächlich entsprechend weiterentwickelt wurden, ohne die Durchgängigkeit zu gewährleisten, die diese Systematik erfordert.


IT-Systeme werden, je länger sie am Markt sind, zusehends reicher an Standard-Funktionalitäten. Das gilt auch für integrierte ERP-Systeme. Die Vorteile, die sich aus dem Einsatz eines integrierten Systems ergeben, sind hinlänglich bekannt. An erster Stelle wird meist die unternehmenseinheitliche Datenbasis für Stamm- und Bewegungsdaten gennannt, die z.B. niedrige Fehlerquoten durch Mehrfachnutzung von Informationen sowie eine hohe Aktualität und Integrität der Daten. Auch können durch eine einheitliche IT-Struktur im Unternehmen Kosten minimiert werden (Administration, Lizenzsynerigen etc.).

Aber es gibt auch Nachteile:


Aus der im ersten Teil des Beitrags („Beschaffung von ERP / WWS Software im Handel“) beschriebenen Problematik ergeben sich einige wichtige Aspekte im Hinblick auf die WWS-Auswahl und ‑Einführung.

Hohe ERP / WWS Flexibilität & Release-Fähigkeit

Erstens sollte bei der Auswahl in besonderer Weise auf die Flexibilität und die Anpassungsmöglichkeiten der Software geachtet werden. So stellt sich die Frage, welche Einstellungs-, Parametrisierungs- bzw. Customizing-Möglichkeiten die Software im Standard beitet. Typische Aspekte sind die Erweiterung von Stammdaten und Belegen um eigene individuelle Felder, das Anpassen von Masken (z.B. Felder aufnehmen, Felder ausblenden, Feldreihenfolgen anpassen), eine flexible Definition des Status von Stammdaten und Vorgängen mit Auswirkung auf die dann möglichen Funktionen bzw. Prozesse sowie die Definition eigener Regeln bzw. Makros.


Wenn Unternehmen mittels APS eine schnellere und realitätsnähere Planung und Steuerung erzielen wollen (vgl. letzten Beitrag: industrie-4-0-mit-erp-und-mrp-ii-geht-das/), dann stellt sich die Frage, wie sich die Software-Landschaft im Umfeld der inner- und überbetrieblichen Auftragsabwicklung angesichts der Herausforderungen von Industrie 4.0 zukünftig darstellt. Dabei lassen sich drei Szenarien unterscheiden.

In dem ersten Szenario bildet die eine eigenständige MES-Lösung das Bindeglied zwischen der Unternehmensleitebene mit der ERP-Software und der Prozessleitebene. Dabei fokussiert sich das MES auf den Aufgabenbereich der Fertigungsfeinplanung und -steuerung. Die meisten am Markt erhältlichen Systeme sind in diese Kategorie einzuordnen. Beim zweiten Szenario kommt ein ERP-System zum Einsatz, das die Fertigungsfeinplanung und -steuerung gemäß APS-Logik mit abdeckt und direkt an die Prozess-Leitebene angebunden wird.


Die im letzten Beitrag beschriebenen Grenzen, an die die MRP II-Logik in Hinblick auf die Herausforderungen von Industrie 4.0 stößt, können durch die Verwendung von Advanced Planning and Scheduling (APS) überwunden werden. APS berücksichtigt bei der Planung alle relevanten Planungsparameter (Kapazitäten, Materialverfügbarkeit) und verwendet intelligente Algorithmen wie z.B. heuristische Optimierungsverfahren für eine realitätsnahe Planung. Da die Umstellung eines ERP-Systems auf die APS-Logik tiefgreifende Auswirkungen auf Datenmodelle und Architektur der ERP hat, ist nicht davon auszugehen, dass die Defizite von ERP-Systemen in Hinblick auf Industrie 4.0 kurzfristig beseitigt werden.

Vor dem Hintergrund der beschriebenen Problematik setzen Unternehmen inzwischen vermehrt auf den Einsatz von MES-Lösungen, die aufgrund integrierter APS-Logik oft eine präzisere, weil detailliertere Feinplanung und Steuerung erlauben und bessere Echtzeitfähigkeit anbieten.

erp-software-fuer-industrie-4-0


Der Begriff „Industrie 4.0“ beschreibt einen Entwicklungssprung in der Produktion und Logistik, der zunehmende Auswirkungen auf die industrielle Praxis und die Zukunft der Arbeit haben wird: Durch die Vernetzung der physischen Produktionswelt mit der digitalen Planungswelt soll eine autonome Steuerung der Produktion ermöglicht und die Transparenz in allen Abläufen erhöht werden. Durch die Kommunikation zwischen Werkstück und Maschine soll dieses den optimalen weitgehend eigenständig den Weg durch die Fertigung bis hin zum Endprodukt finden. Dadurch sollen enorme Produktivitätssprünge möglich werden. Dies setzt voraus, dass die Planung die Realität in der Fertigung möglichst realitätstreu abbildet bzw. vorhersagt und gleichzeitig die Fertigungssteuerung schnell auf Abweichungen reagiert. Dazu müssen u.a. Zielkonflikte, Ressourcen-Engpässe und (kurzfristige) Störungen im Rahmen der Planung berücksichtigt werden. Gleichzeitig muss die Steuerung in Echtzeit erfolgen, um im Fall von Planabweichungen Verzögerungen bei der Einleitung von Maßnahmen zu vermeiden.

Umsetzungsproblematik: ERP Planungskonzepte

ERP-Systeme haben sich in der Vergangenheit als zentrale Planungs- und Steuerungsinstanz auf der Unternehmensleitebene bewährt. Sie können die Brücke bis in eine detaillierte Fertigungssteuerung jedoch oft nicht schlagen, da sie meist auf einer MRP II-Logik basieren. Dieses sukzessive Planungskonzept unterstellt vereinfachend eine konstante Bearbeitungszeit und zunächst unbegrenzte Kapazitäten der Ressourcen. Es überprüft erst in einem zweiten Schritt, ob die erzeugten Pläne unter Kapazitätsgesichtspunkten zulässig sind. Aufgrund der Vereinfachungen weicht die Planung regelmäßig relativ deutlich von der Realität ab. Iterative Planungsläufe, wie bei ERP derzeit durchaus üblich, erschweren eine durchgängige Echtzeitfähigkeit.


Analysiert man mittlere und größere ERP-Einführungsprojekte im Handel, so zeigt sich, dass zu einem erheb­lichen Anteil die ursprüngliche Zeitplanungen und Aufwandsabschätzungen nicht eingehalten werden können. Die Gründe dafür sind vielfältig. Sie zu verstehen kann aber wesentlich dazu beitragen, bei einer eigenen ERP / WWS-Auswahl und -Einführung typische Fehler zu vermeiden und die Projektrisiken deutlich zu senken.

ERP / WWS Auswahl: Grundstein für erfolgreiche Projekte

Der erste Schritt eines erfolgreichen ERP-Projektes ist auch im Handel die Auswahl der „richtigen“ ERP bzw. WWS-Lösung. Die grund­legenden Anfor­de­rungen an die „richtige“ Lösung sind vielfältig: