Unter Schlagworten wie „Industrie 4.0“, „Omni-Channel-Sales“ und „Smart Services“ ist der Trend zur Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette ungebrochen. Neue Technologien aus den Bereichen Sensorik, Datenbanken, künstliche Intelligenz und Kommunikation erweitern auch die Einsatzmöglichkeiten von Business Software ganz erheblich. Um die damit einhergehenden Potenziale heben zu können, stehen den Unternehmen gravierende Veränderungen der Prozess- und IT-Landschaft ins Haus – ein Wandel der auch oft als Digitale Transformation bezeichnet wird.

SAP als global führender Hersteller von Software zur Unternehmenssteuerung positioniert sich vor diesem Hintergrund immer mehr als „One-Stop-Shop“ für die digitale Transformation: Das Software-Angebot umfasst mittlerweile deutlich über 1.000 Einzelprodukte und reicht von der mächtigen ERP-Suite bis hin zur Spezial-Software für die Verwaltung von Fremdpersonal. Gleichzeitig beschränkt SAP sich nicht mehr auf die Business Software sondern ist mit dem Angebot rund um HANA auch auf der Infrastruktur-Ebene aktiv. Und schließlich baut SAP das Dienstleistungsportfolio rund um die Software-Produkte erheblich aus: Da ist zum einen das massiv wachsende Angebot an Cloud-Dienstleistungen, die den Betrieb der Business Software abdecken. Zum anderen kommt der Beratung im Hinblick auf die Business Transformation – angefangen vom Value Engineering bis hin zur Begleitung von Transformationsprozessen durch das Change Management – immer mehr Bedeutung zu. Um dieses breite Leistungsangebot stemmen zu können, baut SAP die Kooperation mit Partnern immer weiter aus.

Alleine schon im unmittelbaren Umfeld der Kernprodukte wie z.B. SAP Business Suite, SAP Business One, SAP Business ByDesign oder zuletzt auch der neuen Lösung SAP S/4 HANA, ist die Vielfalt an Lösungs- und Leistungsangeboten daher sehr unübersichtlich.

Die Redaktion der Fachzeitschrift is report und die auf Software-Auswahl und -einführung spezialisierten Marktanalysten von Trovarit – the IT-Matchmaker haben sich deshalb auch dieses Jahr zusammengetan, um einen Investitionsratgeber in gedruckter Form zu erstellen, der das Angebot von SAP und ihren Lösungspartnern übersichtlich und kompakt darstellt.

Die Differenzierungsmerkmale der SAP-Partner und ihrer Lösungen sind in einer umfassenden tabellarischen Übersicht dargestellt. Diese enthält neben allgemeinen Merkmalen, wie Anzahl der www.trovarit.com/service/software-guides/sap-partner-guide/ zum kostenlosen Download zur Verfügung.


Aber auch bei einer grundlegenden Bereitschaft zu „Organisationsveränderung vor Standardsoftware­veränderung“ zeigen größere WWS-Projekte erfahrungsgemäß immer noch nicht unerhebliche individuelle Anpassungs- und Erweiterungswünsche. Fachabteilungen tendieren vielfach dazu, die aktuelle Lösung nachbauen zu wollen und sehen (ggf. auch gleichwertige) alternative Lösungen der ERP / WWS Standardsoftware zunächst skeptisch. Etwas Neues wird oftmals immer als „schlechter“ angesehen, alleine dadurch, dass es anders und unbekannt ist. Wichtig sind hierbei eine umfassend Einbindung der Fachabteilungen und ausreichende Schulungen mit der neuen Software, um die Vorteilhaftigkeit auch alternativer Abläufe erkennen und verstehen zu können.


Aus der im ersten Teil des Beitrags („Beschaffung von ERP / WWS Software im Handel“) beschriebenen Problematik ergeben sich einige wichtige Aspekte im Hinblick auf die WWS-Auswahl und ‑Einführung.

Hohe ERP / WWS Flexibilität & Release-Fähigkeit

Erstens sollte bei der Auswahl in besonderer Weise auf die Flexibilität und die Anpassungsmöglichkeiten der Software geachtet werden. So stellt sich die Frage, welche Einstellungs-, Parametrisierungs- bzw. Customizing-Möglichkeiten die Software im Standard beitet. Typische Aspekte sind die Erweiterung von Stammdaten und Belegen um eigene individuelle Felder, das Anpassen von Masken (z.B. Felder aufnehmen, Felder ausblenden, Feldreihenfolgen anpassen), eine flexible Definition des Status von Stammdaten und Vorgängen mit Auswirkung auf die dann möglichen Funktionen bzw. Prozesse sowie die Definition eigener Regeln bzw. Makros.


Analysiert man mittlere und größere ERP-Einführungsprojekte im Handel, so zeigt sich, dass zu einem erheb­lichen Anteil die ursprüngliche Zeitplanungen und Aufwandsabschätzungen nicht eingehalten werden können. Die Gründe dafür sind vielfältig. Sie zu verstehen kann aber wesentlich dazu beitragen, bei einer eigenen ERP / WWS-Auswahl und -Einführung typische Fehler zu vermeiden und die Projektrisiken deutlich zu senken.

ERP / WWS Auswahl: Grundstein für erfolgreiche Projekte

Der erste Schritt eines erfolgreichen ERP-Projektes ist auch im Handel die Auswahl der „richtigen“ ERP bzw. WWS-Lösung. Die grund­legenden Anfor­de­rungen an die „richtige“ Lösung sind vielfältig: