Spezialisierung, aktuelle Release-Stände und Kundenpflege werden honoriert, mangelnde Usability und Mobilität abgestraft.

01_zufriedenheit-insgesamtIn der 8. Auflage der Trovarit-Studie „ERP in der Praxis“ sprachen Anwender ihren ERP-Anbietern und -Systemen insgesamt ein echtes Lob aus: Im Rahmen der Studie tauschten sich knapp 2.600 Anwenderunternehmen bezüglich ihrer Erfahrungen mit ERP-Systemen und -Anbietern aus und vergaben dabei für die Software als auch für die Dienstleistungen eine uneingeschränkte Gesamtnote „Gut“. Alle 47 Systeme reihen sich – in deutlicher Abhängigkeit von der typischen Größe der ERP-Installationen – zwischen einer 2+ und einer 2- ein. Betrachtet man im Detail die 39 bewerteten Aspekte zu System, Implementierungspartner, Projektverlauf und Wartungspartner wird deutlich, wo der Schuh – trotz aller Zufriedenheit – am meisten drückt: So hat sich die „mobile Einsetzbarkeit der ERP-Software“ im Vergleich zur letzten Studie noch einmal verschlechtert. Das Management Summary mit den wichtigsten Ergebnissen der Studie steht ab sofort unter www.trovarit.com/erp-praxis/ zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Auch in diesem Jahr bestätigt sich die Erkenntnis, dass schlanke“ ERP-Lösungen, spezialisierte Branchenlösungen und/oder Lösungen kleinerer Anbieter mit einem verhältnismäßig kleinen Kundenstamm am besten abschneiden: So sind die Installationen der Systeme MegaPlus, PortolanEVM, rs2 und ORLANDO in der Regel kleiner. Sie werden meist von weniger als 25 Anwendern in einem Unternehmen genutzt. Die Lösungen Vertec (Projektdienstleister), MAJESTY (Medizintechnik) und WinWeb-Food (Fleischverarbeitung) zeichnen sich durch ihre ausgesprochene Branchenspezialisierung aus. Zu den Lösungen, deren Anbieter aufgrund eines überschaubaren Kundenstamms eine sehr intensive und persönliche Beziehung zu ihren Kunden pflegen können, zählen ISSOS PRO, CANTUNO.pro, Syslog und COBUS ERP/3.

Die besten Lösungen mit üblicherweise größeren Installationen finden sich dagegen im Mittelfeld. Ein Grund hierfür ist das hohe Anforderungsniveau in Verbindung mit spürbar größerem Aufwand bei der Einführung, Wartung und (End-)Anwenderbetreuung. In dieser Kategorie schneiden im Jahr 2016 IFS Applications und Dynamics AX überdurchschnittlich ab. Mit spürbaren Abstand folgen in dieser Gewichtsklasse die Lösungen SAP ERP und Infor ERP M3.

Das Management Summary mit den wichtigsten Ergebnissen steht auf der Studienseite zum kostenlosen Download zur Verfügung: www.trovarit.com/erp-praxis/

Kritikpunkt „Mobile Einsetzbarkeit“

Die „Mobile Einsetzbarkeit bei ERP-Systemen“ bildet wie in der letzten Studie das Schlusslicht unter den Zufriedenheitsaspekten. Hier hat sich offenbar die Schere zwischen der Erwartungshaltung auf Anwenderseite und dem, was die eingesetzten ERP-Lösungen derzeit üblicherweise bieten, seit 2014 noch weiter auseinanderentwickelt. Da die technologischen Herausforderungen, die hier nötig sind, um markante Verbesserungen zu erzielen sehr zeitaufwändig sind, haben die Initiatoren der Studie auch keine wesentlichen Verbesserungen erwartet. Denn allein eine Umstellung der Software-Lösungen auf das aktuelle HTML5, die das Thema „mobile Einsetzbarkeit“ revolutionieren könnte, bringt massive Entwicklungsaufwände mit sich, die nur schrittweise, über mehrere Jahre geleistet werden können. Wir dürfen also weiter gespannt sein.

IT & Business 2016Dr. Karsten Sontow, Vorstand der Trovarit AG und Leiter der Studie präsentiert die Ergebnisse am 04.10.2016 von 10.00 bis 11.00 Uhr innerhalb seines Vortrags: „So (un-) zufrieden sind ERP-Anwender, Ergebnisse der Studie „ERP in der Praxis 2016 / 2017“ auf dem Fachforum „Planung, Produktion und Personal“ der IT & Business in Stuttgart: Weitere Infos & Terminvereinbarung

 


Die Digitalisierung ist nach wie vor in aller Munde. Sie beschäftigt immer mehr große und kleine Unternehmen. Im Mittelpunkt steht dabei vielfach die Automatisierung der Geschäftsprozesse, die Vernetzung von Mitarbeitern und Maschinen als auch die schnelle Informationsverarbeitung und -verbreitung. Zu erzielen sind Fortschritte hier grundsätzlich nur noch durch die Unterstützung moderner Software-Lösungen (z.B. ERP, CRM, MES, ECM, BI). Doch reicht es die bestehende Software-Landschaft mit aktuellen Releases aufzurüsten, oder sollte man sich hier komplett neu orientieren? Und welche Anbieter und Systeme sind besonders fortschrittlich aufgestellt? Was sind die Knackpunkte bei einer Software-Auswahl im digitalen Zeitalter? Wie entwickelt und pflegt man die eigene Software-Landschaft weiter? Diese und weitergehende Fragen beantworten die Experten der Trovarit AG (Halle 1, Stand E 17) auf der IT & Business (04.-06.10.2016). Sie geben Hilfestellung bei der Entwicklung von Digitalisierungsstrategien und -konzepten sowie bei deren Umsetzung durch die Auswahl geeigneter Software-Lösungen. Daneben sind die Werkzeuge rund um den it-matchmaker der Trovarit bestens dazu geeignet, Unternehmen während des gesamten Lebenszyklus ihrer Software-Lösungen zu begleiten. Mit ihren beliebten, kostenlosen Messerundgängen (Guided Tours) zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten (ERP, CRM, DMS und BI) ist die Trovarit ebenfalls am Start. Treffpunkt ist der Trovarit Stand. Weitere Informationen und eine Möglichkeit zur Terminvereinabrung finden Sie unter www.trovarit.com/termine/.

Trovarit auf den Fachforen der IT & Business

Strategien und Konzepte vermitteln die Experten der Trovarit nicht nur im persönlichen Gespräch, sondern auch in zahlreichen Vorträgen und –diskussionen auf den Fachforen der IT & Business.

Dienstag, 04.10.2016

  • 10.00 – 11.00 Uhr: So (un-) zufrieden sind ERP-Anwender, Ergebnisse der Studie „ERP in der Praxis 2016 / 2017“ (Fachforum Planung, Produktion & Personal, Referent: Dr. Karsten Sontow)

Mittwoch, 05.10.2016

  • 10:30 – 11:30 Uhr: Diskussionsrunde: Zusammenspiel von MES und ERP bei Industrie 4.0 (Fachforum für Planung, Produktion & Personal), Referenten: Herr Dr. Karsten Sontow, Trovarit (Trovarit AG: Vorstand), Herr Burkhard Röhrig, Geschäftsführer GFOS (GFOS GmbH, Gesellschaft für Organisationsberatung und Softwareentwicklung mbH: Geschäftsführer), Herr K. Christoph Keller (aveniture GmbH: Geschäftsführer), Herr Andree Stachowski (proALPHA Business Solutions GmbH: Geschäftsführer)

Donnerstag, 06.10.2016

  • 12.00 – 12.45 Uhr: Befindlichkeiten hindern das Vorankommen von Mobile- und Cloud-Computing: Wachsende Anforderungen im ECM-Umfeld, (Fachforum Organisation und Verwaltung Referent: Marc Müller)
  • 13:00 – 14:00 Uhr: So (un-) zufrieden sind ERP-Anwender, Ergebnisse der Studie „ERP in der Praxis 2016 / 2017“ (Fachforum Planung, Produktion & Personal, Referent: Rainer Sontow)

Übrigens: Digitalisierung ist messbar
Zur Vorbereitung auf Ihren Messebesuch: Messen Sie Ihren Digitalisierungs-Fortschritt mit dem Online-Benchmarking Tool der Trovarit, das auf der Basis des Bitkom Digital Office Index entwickelt wurde. Es gibt Aufschluss über ihre eigene Digitalisierungssituation und sagt ihnen gleichzeitig, wie fortschrittlich Sie bereits im Vergleich zum Wettbewerb aufgestellt sind. Hier geht’s zum Tool: www.it-matchmaker.com/digital-office-index.


Top 5 Entscheidungsgründe in der Kunststoffindustrie

Die 79 Unternehmen aus der Kunststoffindustrie, die sich an der Studie „ERP in der Praxis 2012/2013“ beteiligten, gaben am häufigsten die Funktionalität als Grund für die Auswahl eines bestimmten ERP-Systems. Ob sich dies auch in der aktuellen Umfrage ERP in der Praxis 2016 bestätigt, erfahren wir im September.

Die 79 Unternehmen aus der Kunststoffindustrie, die sich an der Studie „ERP in der Praxis 2012/2013“ beteiligten, gaben am häufigsten die Funktionalität als Grund für die Auswahl eines bestimmten ERP-Systems an. Ob sich dies auch in der aktuellen Umfrage ERP in der Praxis 2016 bestätigt, erfahren wir im September.

Die betrieblichen Gegebenheiten in der Kunststoffindustrie stellen insbesondere im Hinblick auf die Planung und Steuerung der inner- wie auch der überbetrieblichen Logistik große Herausforderungen an die dort eingesetzten ERP-Systeme: Zu den Besonderheiten der meist mittelständisch geprägten Branche, in der Fertigungsverfahren wie der Spritzguss oder die Extrusion weit verbreitet sind, zählen eine ausgeprägte Prozesscharakteristik mit Batch-Fertigung, Kuppelproduktion, eine sehr ausgeprägte Verwaltung von – oftmals strukturierten – Werkzeugen (Grundwerkzeug, Formnester) unter Berücksichtigung von Verfügbarkeiten und Standzeiten sowie eine intensive Nutzung der Maschinendatenerfassung (MDE) für die prozessbegleitende Qualitätssicherung (z.B. Inline-Recycling) und Fertigungssteuerung (z.B. Schusszahlen, Maschinenstatus). Schließlich unterliegen viele Kunststoffverarbeiter zusätzlich kundenseitigen Anforderungen, die sich stark auf den ERP-Einsatz auswirken: Z.B. müssen Automobilzulieferer oftmals sehr komplexe Verpackungsvorschriften ihrer Kunden abbilden oder Lieferanten für die Medizintechnik die lückenlose Rückverfolgbarkeit einzelner Bauteile gewährleisten.

Schon im Jahr 2013 hat die Studie „ERP-Einsatz in der Praxis“ der Trovarit gezeigt, dass der ERP-Einsatz in der Kunststoffindustrie überproportional stark mit dem Ziel erfolgt, die Kapazitätsauslastung des – oft kostspieligen – Maschinenparks zu erhöhen, Kosten zu senken und die Kundenzufriedenheit mit der Auftragsabwicklung (z.B. Termintreue) zu steigern. Um diese Ziele zu erreichen legen Kunststoffverarbeiter bei der ERP-Auswahl großen Wert auf eine geeignete Software-Funktionalität. Darüber hinaus soll die Software mittelstandstauglich, anwenderfreundlich und möglichst flexibel sein. Eine relativ große Rolle bei der ERP-Auswahl spielt auch das Kosten-/Nutzenverhältnis sowie die Fachkompetenz des ERP-Anbieters.


ERP aus der Cloud

Die Studie „ERP in der Praxis 2014“ zeigt deutlich, dass der Einsatz von ERP aus der Cloud bis dahin keineswegs eine Selbstverständlichkeit ist. Ob sich dies auch in der aktuellen Umfrage ERP in der Praxis 2016 bestätigt, erfahren wir im September.

Analysten und IT-Medien singen nun bereits seit einigen Jahren auch für Business Software wie ERP und CRM unisono das Hohelied auf die Cloud. Verbunden wird damit in der Regel die Bereitstellung der Software über das Internet gegen ein nutzungsabhängiges Entgelt („Service-Gebühr“).

Angesichts günstiger Absatzprognosen  und offenkundiger Verkaufsargumente (z.B. hohe Skalierbarkeit, geringe Komplexität, einfache Implementierung und Updates), ist es kein Wunder, dass nicht nur die großen international agierenden ERP-Hersteller wie SAP, Oracle, Microsoft, Infor, Sage und Epicor konsequent auf die Cloud setzen. Doch wie bei allen Hypes ist auch bei ERP aus der Cloud ein wenig Nüchternheit durchaus angebracht: Zunächst einmal muss klar sein, dass die vielfach propagierten Vorteile der Cloud eigentlich nur mit deren radikalster Variante – der „Public Cloud“ – umfassend realisiert werden können. D.h. Stand heute,

  • Betrieb der Software und Daten in einer
  • Multi-Mandantenumgebung unter weitestgehendem
  • Verzicht auf Modifikationen und mit äußerst
  • begrenzten Möglichkeiten zur Integration in bestehende Software-Landschaften.

Nur in diesem Modell greifen die Economies of Scale in dem Maße, dass sowohl Anwender als auch Anbieter davon profitieren können.

Wenn Unternehmen heute ERP aus der Cloud nutzen, dann handelt es sich laut BITKOM aber überwiegend um die Variante „Private Cloud“, bei der eigentlich kein wesentlicher Unterschied zum traditionellen Hosting in Verbindung mit einer Miete der Software besteht. Klar ist, dass in diesem Szenario von den Vorteilen der Cloud außer der technischen Skalierbarkeit nicht viel übrig bleibt.

Insofern wundert es nicht, dass sich ein großer Teil der häufig beschworenen rasanten Zuwächse der Cloud bei näherer Betrachtung deutlich relativieren – zumindest wenn es um anspruchsvolle Business Software-Lösungen wie ERP geht. So ist laut der Trovarit-Studie „ERP in der Praxis 2014“ der Anteil der ERP-Neuanschaffungen, bei denen das Betriebsmodell „Cloud“ ausschlaggebend für die Auftragsvergabe ist, mit weniger als 5% derzeit weiterhin recht klein.

Offenbar überwiegen die Vorteile von ERP aus der (Public) Cloud heute vor allem bei Einsatzszenarien, in denen fachlich-funktionale Aspekte weniger stark ins Gewicht fallen als Effizienzaspekte bei Einführung und Betrieb der ERP-Infrastruktur. Diese Charakteristik findet sich zum einen bei kleinen Unternehmen, die über keinerlei Ressourcen für den Eigenbetrieb von ERP-Lösungen verfügen und gleichzeitig auf individuelle Anpassungen verzichten können. Zum anderen  trifft dies auch auf größere bzw. schnell wachsende Unternehmen zu, bei denen sich der ERP-Betrieb auf viele verteilte Standorte erstreckt.


IT & Business: Mit welchen Herausforderungen sind Unternehmen vor allem konfrontiert (fehlende Standards, Datenschutz…)?

Dr. Karsten Sontow: Um solche umfassenden Wertschöpfungsnetzwerke effizient planen und steuern zu können, sind natürlich normierte Schnittstellen und vereinheitlichte Standards bei der Integration von Maschinen, Sensoren und Cyber-Physischen Systemen ein Muss. Gleichzeitig bedeutet die nie dagewesene Durchdringung der Unternehmen mit Informations- und Kommunikationstechnologie ein erhöhtes Sicherheitsrisiko in Punkto Datenschutz und Datensicherheit. Hier gibt es noch viel zu tun, sowohl für die System- und IT-Anbieter als auch für die Unternehmen selbst. Es laufen zur Zeit einige interessante Forschungsprojekte und Initiativen unter Beteiligung aller Akteure, die uns da ein gutes Stück vorwärts bringen können. Ein Beispiel hierfür ist das Cluster Smart Logistik an der RWTH Aachen, das in seinen Forschungscentern konzeptionell und experimentell mit Anbieter- und Anwenderunternehmen an den Potenzialen und Herausforderungen für Produzenten, Logistikunternehmen und ICT-Anbietern arbeitet.

Insbesondere die firmenübergreifenden Vernetzung fordert aber zunächst auch erst einmal ein gemeinsames Verständnis der Geschäftsmodelle: Wie wird mit welchen Partnern, in welchen Märkten und mit welchen Kundengruppen Geld verdient? Im Kontext von Industrie 4.0 werden in Unternehmen aufgrund neuer Wertschöpfungsprozesse und einer sich verändernden Rollenverteilung in Wertschöpfungsnetzwerken neue, teils disruptive Geschäftsmodelle entstehen. Das heißt man muss sich über methodische Ansätze unterhalten, sie gegebenenfalls vereinheitlichen und konsolidieren. Das reicht von Go-To-Market-Ansätzen über Methoden zur Bedarfsanalyse und -generierung sowie zur Potenzialermittlung bis hin zu Zahlungs- und Abrechnungsmodellen.

IT & Business: Was müssen ERP-Lösungen leisten, damit sie „Industrie 4.0-ready“ sind?

Dr. Karsten Sontow: Enterprise Resource Planning (ERP)-Systeme sind traditionell die zentrale Software zur Steuerung der horizontalen und vertikalen Wertschöpfungsketten. Sie sammeln und verwalten die Datensätze zu Unternehmensressourcen (z.B. Maschinen, Mitarbeiter, Material und Informationen) und Prozessen, die neben dem Wissen um die Geschäftsprozesse den heimlichen Wert eines Unternehmens darstellen.

Während ERP-Systeme heute schon die Integration nahezu aller Unternehmensfunktionen leisten, wird sich die Rolle als Integrationsmittelpunkt im Kontext von Industrie 4.0 noch weiter verstärken. So wird ERP als Integrationsplattform auf der einen Seite Marktdaten, Kundeninformationen, Lieferanten- und Produktdaten aus der Cloud beziehen und diese auf der anderen Seite mit den Produktions- und Logistikdaten aus der Fertigungsebene und der Supply Chain verknüpfen.

Bei „Industrie 4.0-ready“ geht es also zum großen Teil um hohe Performance bei der Datenverarbeitung und beim Datenaustausch, große Flexibilität bei der Planung und Steuerung der Auftragsabwicklung, hohe horizontale und vertikale Integrationsfähigkeit und – nicht zu vergessen – einfache „Handhabbarkeit“, womit hier neben der Usability und der mobilen Verfügbarkeit für immer mehr Anwender auch die  Administration der immer komplexer werdenden Systeme gemeint ist.

Über die technologische Leistungsfähigkeit einer ERP-Lösung hinaus, spielen bei der Realisierung von Projekten im Kontext von Industrie 4.0 aber auch zunehmend das Know-how und das Dienstleistungsangebot des ERP-Anbieters eine wichtige Rolle. Hier geht es darum, einen Partner zu finden, der als Systemintegrator wirken, erweiterte Aufgaben bei der Prozessberatung (z.B. bei Integration und Schnittstellen) wahrnehmen und spezifische Mehrwert-Services (z.B. zur optimalen Vor-Parametrierung der Produktions-Systeme aus gesammelten Daten mittels Predictive Analytics) anbieten kann.

(Interview mit Dr. Karsten Sontow für den IT & Business Newsletter, 2.6.2016)


IT & Business: Industrie 4.0 ist derzeit in aller Munde. Welche strategischen Voraussetzungen müssen Unternehmen schaffen, damit sie sie effizient umsetzen können?

Dr. Karsten Sontow: Es gibt bereits einige Anwendungsfälle für Industrie 4.0, die meisten stammen aus dem Maschinenbau, gefolgt vom Fahrzeugbau und seinen Zulieferern. Dabei werden neue Digitalisierungskonzepte weitgehend mit dem Ziel eingesetzt, bestehende Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsketten für bestehende Produkte zu optimieren. Und auch mit Erfolg.

Industrie 4.0 verspricht aber noch viel mehr Potenziale, die bisher nur selten ausgeschöpft werden. Neue Geschäftsmodelle z.B. durch Servitization, also dem Übergang vom Produkt zum Service in der Cloud oder die Generierung neuer Geschäftsmodelle auf Basis intelligenter Vernetzung unterschiedlicher Marktteilnehmer finden sich eher selten.

Es fehlen also bisher häufig ganzheitliche Ansätze, die über die bloße Anwendung digitaler Technologien auf dem Shopfloor hinausgehen und die horizontale Integration über die Wertschöpfungsnetzwerke insgesamt berücksichtigen.

IT & Business: Mit welchen Herausforderungen sind Unternehmen vor allem konfrontiert (fehlende Standards, Datenschutz…)?

Dr. Karsten Sontow: Um solche umfassenden Wertschöpfungsnetzwerke effizient planen und steuern zu können, sind natürlich normierte Schnittstellen und vereinheitlichte Standards bei der Integration von Maschinen, Sensoren und Cyber-Physischen Systemen ein Muss. Gleichzeitig bedeutet die nie dagewesene Durchdringung der Unternehmen mit Informations- und Kommunikationstechnologie ein erhöhtes Sicherheitsrisiko in Punkto Datenschutz und Datensicherheit. Hier gibt es noch viel zu tun, sowohl für die System- und IT-Anbieter als auch für die Unternehmen selbst. Es laufen zur Zeit einige interessante Forschungsprojekte und Initiativen unter Beteiligung aller Akteure, die uns da ein gutes Stück vorwärts bringen können. Ein Beispiel hierfür ist das Cluster Smart Logistik an der RWTH Aachen, das in seinen Forschungscentern konzeptionell und experimentell mit Anbieter- und Anwenderunternehmen an den Potenzialen und Herausforderungen für Produzenten, Logistikunternehmen und ICT-Anbietern arbeitet.

Insbesondere die firmenübergreifenden Vernetzung fordert aber zunächst auch erst einmal ein gemeinsames Verständnis der Geschäftsmodelle: Wie wird mit welchen Partnern, in welchen Märkten und mit welchen Kundengruppen Geld verdient? Im Kontext von Industrie 4.0 werden in Unternehmen aufgrund neuer Wertschöpfungsprozesse und einer sich verändernden Rollenverteilung in Wertschöpfungsnetzwerken neue, teils disruptive Geschäftsmodelle entstehen. Das heißt man muss sich über methodische Ansätze unterhalten, sie gegebenenfalls vereinheitlichen und konsolidieren. Das reicht von Go-To-Market-Ansätzen über Methoden zur Bedarfsanalyse und -generierung sowie zur Potenzialermittlung bis hin zu Zahlungs- und Abrechnungsmodellen.

(Interview mit Dr. Karsten Sontow für den IT & Business Newsletter, 2.6.2016)


Ist bei Ihnen das „papierlose Büro“ noch in weiter Ferne oder schon so gut wie Realität? Der Bitkom hat zu diesem Thema eine Studie durchgeführt und dabei mehr als 1.000 Unternehmen befragt. Aus den Ergebnis wurde der Digital Office Index abgeleitet, der auf einer Skala von 0 bis 100 anzeigt, wie digitalisiert die Büro- und Verwaltungsprozesse im Unternehmen sind. Im Durchschnitt erreichten die befragten Unternehmen einen Wert von 50 – der Weg ist also (erst? schon?) halb geschafft.

Wenn Sie wissen wollen, wie Ihr Unternehmen abschneidet, machen Sie den Test unter www.it-matchmaker.com/digital-office-index!

Über das Benchmark-Tool ermitteln Sie Ihren eigenen Digital Office Index und können Ihre Ergebnisse mit denen der 1.000 zuvor befragten Unternehmen vergleichen.

Gehören Sie zu den Digitalisierungs-Vorreitern? Oder ist Ihr Unternehmen vielleicht auf gutem Weg aber bisher im Vergleich zu anderen Unternehmen der Branche unterdurchschnittlich digitalisiert?

Bitkom Digital Office Index

Initiiert durch den ECM-Arbeitskreis „Markt & Strategie“ und unterstützt durch rund 20 Sponsoren hat der BITKOM erstmals den BITKOM Digital Office Index ermitteln lassen.

Dazu wurden die Unternehmer per Telefoninterview zum Stand der Digitalisierung vor allem in Bezug auf ihre Büro- und Verwaltungsprozesse befragt. Die Ergebnisse sind aufschlussreich: So sind die Digitalisierungsvoraussetzungen insgesamt gut, die Umsetzung weist jedoch noch Potenziale auf. Immer noch digitalisieren größere Unternehmen mehr als kleinere. Hier gibt es offenbar verschiedene Hemmnisse, die vor allem die kleineren Unternehmen zurückhaltend agieren lassen. So dämpft der Investitionsbedarf in vielen Fällen den Fortschritt: Immerhin sechs von zehn Unternehmen gaben an, dass dieser im Vergleich zu dem zu erwarteten Nutzen durch Digitalisierungsmaßnahmen zu hoch sei. Aber auch Ängste vor Datenverlust oder unerlaubtem Zugriff auf sensible Unternehmensdaten durch unbefugte Dritte hemmen die Digitalisierung. Hier müssen Software-Anbieter durch gezielte Kommunikationsmaßnahmen noch viel Aufklärungsarbeit leisten.

Benchmarking-Tool

Trovarit unterstützt den BITKOM bei der Sensibilisierung durch die Bereitstellung eines online Benchmarking-Tools, das auf dem IT-Matchmaker basiert. Mit diesem Werkzeug erhalten Unternehmen kostenlos ein fundiertes Benchmarking ihrer aktuellen Digitalisierungssituation im Vergleich zur Gesamtheit der Studienteilnehmer sowie vertiefende Auswertungen für ihre Branche und Größenklasse.

Das Tool zum BITKOM Digital Office Index steht unter www.it-matchmaker.com/digital-office-index ab sofort zur Verfügung.


Aufträge erfassen, Rechnungen schreiben, Verfügbarkeit von Mitarbeitern und Materialien planen – es gibt viele Aufgaben im Handwerk, die sich mit Software einfacher, schneller und besser erledigen lassen. In nahezu allen Gewerken lässt sich so die Wettbewerbsfähigkeit steigern. Doch welche Unternehmens-Software (neudeutsch: ERP-Software) ist die richtige für Ihren Betrieb?


Die optimale Digitalisierung möglichst vieler Geschäftsprozesse in die Wege zu leiten, ist derzeit unter Unternehmern verschiedenster Branchen ein großes Thema. Gilt die „Digitalisierung“ doch als größter „Megatrend“ unserer Zeit, der unser weiteres Leben nachhaltig verändern wird, in einem ähnlichen Maße, wie einst die industrielle Revolution innerhalb kürzester Zeit die ganze Welt auf den Kopf gestellt hat.

Nicht nur clever sondern „Smart“

Innovative datenbasierte Dienstleistungen, die Smart Services, verwandeln fundamental die Strukturen und Geschäftsmodelle ganzer Branchen. Die Wertschöpfung solcher intelligenter und vernetzter Produkte endet nicht mit ihrer Auslieferung, sondern sie werden über ihren gesamten Lebenszyklus vom Hersteller begleitet.