About Peter Treutlein

Peter Treutlein betreut seit der Gründung des Unternehmens im September 2000 als Vorstand der Trovarit AG u.a. die Bereiche Projektbetreuung und Contentmanagement. Der Spezialist für Auftragsabwicklung, Supply Chain Management und Informationsmanagement berät seit Jahren erfolgreich Unternehmen bei der Auswahl, Einführung und Optimierung von ERP-Systemen. Herr Treutlein ist Autor mehrerer Bücher zum Thema und seit März 2005 Lehrbeauftragter des Landes Baden-Württemberg an der Fachhochschule Albstadt-Sigmaringen zur „Produktionsplanung in der industriellen Fertigung" im Rahmen des MBA-Studiengangs.


Das Internet ist von seiner Bedeutung sowohl als Informationsmedium als auch als Kaufplattform unstrittig so wichtig, dass kaum ein mittleres oder größeres Handelsunternehmen dies ignorieren kann. Egal, ob Textilien, Sport, Spielwaren, Möbel bis hin zu den Online-Shops der Discounter, fast alle Sortimente werden heute auch online angeboten. Damit ist es absolute Realität geworden, dass die meisten klassischen stationären Händler auch Online-Shops betreiben und damit mit allen Heraus­forde­rungen der Multi-Channel-Koordination kon­frontiert sind.


Aber auch bei einer grundlegenden Bereitschaft zu „Organisationsveränderung vor Standardsoftware­veränderung“ zeigen größere WWS-Projekte erfahrungsgemäß immer noch nicht unerhebliche individuelle Anpassungs- und Erweiterungswünsche. Fachabteilungen tendieren vielfach dazu, die aktuelle Lösung nachbauen zu wollen und sehen (ggf. auch gleichwertige) alternative Lösungen der ERP / WWS Standardsoftware zunächst skeptisch. Etwas Neues wird oftmals immer als „schlechter“ angesehen, alleine dadurch, dass es anders und unbekannt ist. Wichtig sind hierbei eine umfassend Einbindung der Fachabteilungen und ausreichende Schulungen mit der neuen Software, um die Vorteilhaftigkeit auch alternativer Abläufe erkennen und verstehen zu können.


Aus der im ersten Teil des Beitrags („Beschaffung von ERP / WWS Software im Handel“) beschriebenen Problematik ergeben sich einige wichtige Aspekte im Hinblick auf die WWS-Auswahl und ‑Einführung.

Hohe ERP / WWS Flexibilität & Release-Fähigkeit

Erstens sollte bei der Auswahl in besonderer Weise auf die Flexibilität und die Anpassungsmöglichkeiten der Software geachtet werden. So stellt sich die Frage, welche Einstellungs-, Parametrisierungs- bzw. Customizing-Möglichkeiten die Software im Standard beitet. Typische Aspekte sind die Erweiterung von Stammdaten und Belegen um eigene individuelle Felder, das Anpassen von Masken (z.B. Felder aufnehmen, Felder ausblenden, Feldreihenfolgen anpassen), eine flexible Definition des Status von Stammdaten und Vorgängen mit Auswirkung auf die dann möglichen Funktionen bzw. Prozesse sowie die Definition eigener Regeln bzw. Makros.


Analysiert man mittlere und größere ERP-Einführungsprojekte im Handel, so zeigt sich, dass zu einem erheb­lichen Anteil die ursprüngliche Zeitplanungen und Aufwandsabschätzungen nicht eingehalten werden können. Die Gründe dafür sind vielfältig. Sie zu verstehen kann aber wesentlich dazu beitragen, bei einer eigenen ERP / WWS-Auswahl und -Einführung typische Fehler zu vermeiden und die Projektrisiken deutlich zu senken.

ERP / WWS Auswahl: Grundstein für erfolgreiche Projekte

Der erste Schritt eines erfolgreichen ERP-Projektes ist auch im Handel die Auswahl der „richtigen“ ERP bzw. WWS-Lösung. Die grund­legenden Anfor­de­rungen an die „richtige“ Lösung sind vielfältig: