Bei der Bewertung des ERP-Einsatzes lassen sich die relevanten Aufwandskategorien relativ klar fassen und zum größten Teil auch konkret messen. Es handelt sich z.B. um Anschaffungskosten für Software, Hardware und Dienstleistungen zur Software-Einführung,  interne Personalaufwand für Implementierung, Schulung, Nutzung und Administration sowie laufende bzw. regelmäßige Kosten für Wartung, Support und Modernisierung der Software.

aufwand-erp-einfuehrung-betriebDabei ist festzustellen, dass es DEN einen Marktpreis für einen ERP-Arbeitsplatz nicht gibt. Erfahrungsgemäß schwanken sämtliche Kostenpositionen bei ERP-Projekten in erheblichem Maße. Dies ist zum großen Teil mit sehr unterschiedlichen Anforderungen und Randbedingungen bei einzelnen Projekten zu erklären: Dazu zählen z.B. unterschiedliche Installationsgrößen (Anzahl der ERP-Arbeitsplätze),  der implementierte Leistungsumfang (Funktionsspektrum) oder Organisationsstrukturen (z.B. Anzahl Standorte, Länder).

Dennoch bietet die Trovarit-Studie „ERP in der Praxis 2014/2015“ Anhaltspunkte für die wesentlichen Aufwands- bzw. Kostengrößen von ERP-Anschaffung und –Betrieb. Demnach liegen die Anschaffungskosten einer ERP-Installation  im Mittelstand (Unternehmen zwischen 50 und 250 Mitarbeiter) fast immer im sechs-stelligen Bereich, nicht selten mit Tendenz nach oben. Dabei bewegt sich der  interne Personalaufwand der ERP-Einführung in der Größenordnung von Personenjahren.

Bei üblichen Wartungssätzen zwischen 12% und 22% der Lizenzpreise liegen die jährlichen Wartungskosten im fünf-stelligen EURO-Bereich und der interne Personalaufwand für die ERP-Administration und –Support bewegt sich in der Größenordnung einer Vollzeitstelle. Hinzu kommen regelmäßige Modernisierungsinvestitionen von beträchtlicher Größenordnung, z.B. anlässlich größerer Release-Umstellungen.