Jedes Unternehmen erhält täglich zahlreiche Rechnungen. Man stelle sich vor, eine ECM-Lösung übernehme die Erfassung der kompletten Rechnungsdaten und überprüfe im Zusammenspiel mit der ERP-Software eigenständig, ob die aufgeführten Posten rechnerisch in Ordnung sind. Ist der Rechnungssteller bekannt, erfolgt im CRM-System automatisch ein entsprechender Kontakteintrag und gleichzeitig werden die entsprechenden Buchungen in der ERP-Software vorgenommen. Für die Rechnungsprüfung werden automatisch alle Beteiligten per Workflow informiert und nach erfolgter Prüfung die Zahlung veranlasst bzw. eine Reklamation in die Wege geleitet.

Das Ganze geschieht in einer Qualität und Geschwindigkeit, die durch manuelle Prozesse kaum erreichbar ist. Hokuspokus? Nein, die zunehmende Digitalisierung der Geschäftsprozesse macht dies möglich.

Kaum ein anderes Thema wird derzeit so intensiv in der Presse behandelt wie die fortschreitende Digitalisierung der Geschäftsprozesse, nicht zuletzt auch bei der Umsetzung von Industrie 4.0-Konzepten. Doch längst nicht alle Unternehmen sind auf den Zug der „Digitalisierung“ aufgesprungen. So ergab eine Umfrage zur „Digitalisierung der Wirtschaftsprozesse“ des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, dass beispielsweise erst die Hälfte der deutschen Handwerksbetriebe mit einer eigenen Homepage ausgestattet ist und hier großer Nachholbedarf in Sachen Online-Marketing besteht. Die größeren Unternehmen dagegen stecken mittendrin in der Digitalisierung und müssen sich z.B. mit der Frage auseinandersetzen, welches System am besten geeignet ist, um in Zeiten von Multi-Channel, Industrie 4.0 und Smart Services die Führung bei den Stamm- und Bewegungsdaten zu übernehmen. Was traditionell die Aufgabe des ERP-Systems ist, könnte – je nach Branche – in Zukunft ja vielleicht auch vom ECM- oder vom MES-System übernommen werden.